Worldtour 2013 - 2014

Event 

Title:
On the Way to the Guianas
When:
16.12.2013 - 16.12.2013
Where:
Brasilien / Brasil -
Category:
Diary Worldtour 2

Description

Hallo Freunde,

heute sollte eine Reise "weitergehen", die uns bis (fast) an unsere Grenze bringen sollte. Und das bei uns, die doch sehr erfahren sind, kreuz und quer mit den skurilesten Fortbewegungsmitten durch dei Welt zu reisen.

Aber wir immer von Beginn an:

Pünktlich um 6.30 Uhr rollten wir in Boa Vista ein, toll, jetzt würden wir noch den Anschluß Bus nach Bonfim erwischen, die Grenzstadt von Brasilien, die an Lethem in Guyana grenzt.

Nur 30 Minuten mussten wir ausharren, schon saßen wir im nächsten Bus und tuckerten weiter in Richtung Norden. Nach insgesamt 14 Stunden im Bus war dann das erste Zwischenziel erreicht, die Grenze nach Guyana war in Sicht. Zu Fuß meisterten wir erst die brasiliansiche Seite, dann die Guyanische, das Niemansland musste wir so oft an Grenzen, mit einem absolut überteuertem Taxi "überfahren" werden.

Eigentlich hatte der Mark der Simone versprochen nun in Lethem einen Tag Stop zu machen, um eine erneute Mammut Tour zu vermeiden, doch war das Angebot, schon nach nur 4 Stunden Wartezeit in Lethem direkt nach Georgetown weiter zu tuckern so groß, das die Simone kurzerhand "überstimmt" wurde, schom um 12.00 Uhr Mittags saßen wir im Minibus weiter in Richtung Norden.

Und nun sollte sie beginnen, die Reise die in die Geschichtre (zumindest in unsere) eingehen wird:

Die ersten 10 Kilmeter waren noch asphaltiert, es ging also harmlos los. Zwar raste der Fahrer hier schon wie ein Irrer über die Piste, doch war dies, gemessen an anderen Ländern ein "üblicher Vorgang". Nach aber nur 30 Minuten Fahrzeit bogen wir auf eine Schotterpiste ab, die im Laufe der folgenden 600 Kilometer immer abenteuerlicher wurde.

Wir bretterten (mit mindestens 100 Stundekilometern - UNGELOGEN!!!-) durch die Steppe, nach ungefähr 100 Kilometern ging es dann in den Iwokrama Rain Forest, wo die Straßedenbreite sich auf maximal 2 Meter verengte. Der Fahrer behielt die angegebene Geschwindigkeit ein, wir bretterten durch den Regenwald das einem Angst und bange wurde. Man braucht nicht zu berichten, das es im ganzen Bus keine Anschnallgurte gab, dazu auch keine Stoßdämpfer, die bei den teilweise bis zu 50 Zentimetern tiefen Schlaglöchern auch nur minder geholfen hätten.

Der ganze Bus wurde nur von einer quer durch den Bus geschweißten Stahlstange zusammen gehalten, ohne diese wäre er beim durchfahren der Schlaglöcher in seine Einzelteile zerbrochen. Die einzige Zeit zum durchatmen blieb uns nur bei den 4 Polizeikontrollen, die wie die Taliban agierten und uns auf Leib und Seele inspezierten. Hätten wir hier schon gewusst das das an den vielen Überfällen liegt, die hier auf der Strecke passieren, unsere Unwohlsein wäre wohl weiter in Richtung 100 % gestiegen.

Das erklärte dann auch die Geschindigkeit des Fahrstils des Fahrers, Diebe hätten mit einem Formel 1 Mobil ausgestattet sein müssen, hätten sie unserern rostigen und mittlerweile total schlammigen Minibus kapern wollen.

Als wir an einer Fähre ankamen, die uns auf das andere Ufer eines Flußes bringen sollte, kam ein Kumpel des Fahrers dazu, der uns mit seiner silber glänzenden 45´er Magnum von den bösen Buben beschützen wollte. Nur war hier leider nicht klar wer hier der Böse Bube war, Mensch war das hier eine verrückte Fahrt.

Aber wir überlebten, wurden weder erschossen noch überfallen und sahen uns nach 1 Stunde schon wieder im Bus sitzen, die wilde Fahrt konnte weiter gehen. Der andere bewaffnete Fahrer fuhr mit uns im Konvoi aber schlief wohl die ganze zeit ein und erzählte uns wie müde er sei.

Das es mittlerweile schon Dunkel war machte die Sache nicht sicherer, wenigstens sah man jetzt die Äste und Bäume, die aus dem Dschungel auf die Straße ragten nicht und hatte so wenigstens nicht ale 5 Minuten das Gefühl, gleich irgendwo (mit 100 Stundenkilometern) gegen zu fahren.

Die Straße wurde jetzt immer schlechter, Flüße überfluteten die Piste, teilweise dachten wir Seen zu überqueren, doch waren es nur mit Wasser gefüllte Schlaglöcher. Die immer wieder kehrenden Polizeikontrollen brachten uns Zeit zum Durchatmen, mittlerweile waren wir schon 30 Stunden auf der Tour, allein schon 10 Stunden im Höllenmobil unseres Teufelsfahrers (der seinen Job alledem sehr gut gemacht hat!)

Um 22.00 Uhr flogen dann unsere Gepäckstücke aus dem Bus, der Fahrer hatte aufgrund des wackelns der Autos und der absolut überlauten Reggae Musik nichts gemerkt, es musste also umgekehr werden, und die Rucksäcke und die Koffer im dunklem Busch gesucht werden. Die Sache hier wurde stündlich verrückter.

Natürlich war das Gepäck in die mit Wasser gefüllten Schlaglöcher gefallen, was anderes hätten wir auch nicht erwartet.

Nun ging es weiter, teilweise bretterte unser Fahrer über umgestürzte Bäume, denn es durfte ja nicht angehalten werden. Was so ein Minibus alles aushält!

Um Mitternacht (nach nun 12 Stunden) hielt der Bus dann mitten im Urwald, es war nichts zu sehen rundherum - doch wir folgtem dem Fahrer und der lauten Musik die durch den Urwald dröhnte um die Ecke und waren in einem Lager von Ilegallen Mienenarbeitern aus Brasilien gelandet, die im schlammigen Urwaldboden ohne Lizenz nach Gold suchten. Das ganze war jetzt endgültig verrückt, wir wunderten uns über überhaupt nichts mehr und tranken einen Kaffe mit den verwilderten Gestalten. Unser Fahrer kaufte noch allen Insassen einen Lolley um uns wahrscheinlich zu beruhigen.

Nach 14 Stunden Piste kamen wir dann auf einen Highway, wir dachten wir hätten alles überstanden. Doch nun ging es erst richtig los:

Der Fahrer, mittlerweile 14 Stunden am Steuer, fuhr wie im Rausch den Highway antlang, wurde immer und immer schneller und überholte alles, was auf der Straße vor uns herfuhr. Das ganze erinnerte nun an einen Flug in einem Düsenjäger, mit den letzten 14 Stunden im Rücken hatten wir auch keine Angst mehr, entspannt bestaunten wir das Geschehen, fast schon in Trance!

Um 5.00 Uhr Morgens "flogen" wir dann in Georgetown ein, 15 Stunden an Bord des Badmobils, 36 Stunden insgesamt später, als wir Manaus und unser Hotel verlassen hatten.

Nun folgte noch die Cocktail Kirsche obendrauf, in einer der kriminiellsten Städte Südamerika, mussten wir uns, um 5.00 Uhr Morgens ein Zimmer suchen. Unser Fahrer, der übrigens auch Mark hieß half uns hier vorbildlich, als er uns an dem Stundenhotel, an dem er uns absetzte verabschiedete, vielen wir ihm um den Hals, der Schock und die Erlebnisse der letzten Stunden hatten uns "zu Brüdern gemacht".


mark und simone

 

Venue

Venue:
Brasilien / Brasil