Worldtour 2010 - 2011

Event 

Title:
Potosi
When:
12.11.2010 - 12.11.2010
Where:
Bolivien / Bolivia -
Category:
Worldtour Diary

Description

 Hola Amigos,

Heute stand ein sehr gefährlicher Tag an.

Wir hatten uns, trotz vieler Warnungen dazu entschieden, die weltbekannten Silbermienen von "Potosi" zu erkunden. Dazu mussten wir tief unter die Erde.

Aber wie immer, von Beginn an:

Wir wurden schon um 8.00 Uhr abgeholt,. den gefährlichen Abstieg in die Mienen zu beginnen. Erstmal wurden wir in Bergmannskluft "verpackt", mit einer Kopfleuchte ausgestattet und über die Besonderheiten der Bergleute aufgeklärt.

Dann ging es zum "Mercado die Miniero", wo wir Dynamit !!!! und Kokablätter für die Bergleute einkauften. Da der Job der "Minieros" so gefährlich ist, kauft man Geschenke, um den "Helden der Erde" Respekt zu zollen. Im Durchschnitt sterben die Bergleute nach 10 Jahren Mienenarbeit, die Luft ist so voller Staub, das die Todesursache Nummer eins hier eine "Quarzstaublunge" ist.

Wobei auch viele bei Unfällen sterben, erst letzte Woche ist ein fünfzehnjähriger Junge in einem Schacht an giftigen Gasen erstickt. 

Dazu ist die Miene nicht richtig gesichert, jede Sekunde kann das ganze Gebilde zusammenfallen.

Einst haben in den Stollen von "Potosi" Schwarzafrikanische Sklaven gearbeitet, 8 Millionen sollen hier zu Tode gekommen sein. Man sagt, würde man alle Knochen der toten Sklaven zusammenlegen, könnte man eine Brück von "Potosi" bis nach Madrid bauen.

Um die Angst zu mindern, ist an der Tagesordnung, das die "Minieros" oder auch "The Devils Miners" wie sie genannt werden, sich mit Koka,  Alkohol oder sonstigen "dopen", was dann aber nicht unbedingt zu mehr Sicherheit beiträgt.

Ausgestattet mit Dynamit und allem weiteren, sind wir dann in den 1 Metern hohen und maximal 1 Meter breiten Schacht geklettert. Wir sollten etwa 3 Stunden "unter Tage" bleiben, keine Stunde mehr hätten wir wohl ertragen. Bedenkt man das die "Minieros" 24 Stunden Schichten unter Tage schieben, ist es unglaublich was die Männer hier leisten.

Immer wieder mussten wir den Transportwagen ausweichen, man muss erklären, das die Miene in voller Beschäftigung ist. Das sie aber nicht durch eine Firma betrieben wird, schürft hier jeder Kumpel quasi auf eigene Rechnung. Das hat aber auch zu Folge, das es weder Statik noch Planungen gibt, was den ganzen Berg irgendwann mal zu Einsturz bringen wird.

Nachdem wir uns unter wahnsinnig anstrengenden Bedingungen bis auf ca. 1 Kilometer in den Berg hervor gekämpft hatten, mussten wir einen etwa 100 Meter steilen Anstieg bewältigen, bei dem uns nun endgültig Angst und Bange wurde!!!

Mit einem Fuß im Sarg kämpften wir uns Meter für Meter hoch, zum ersten Mal dachten wir nun, "Warum haben wir uns das hier angetan!!!".

Neben uns wurde übrigens fleißig gesprengt, was unsere Angst im Dunkeln nicht linderte...

Nachdem wir immer wieder unsere Geschenke verteilten, erfuhren wir mehr und mehr über das traurige leben der Bergleute.

Später lernten wir noch was über den "Teufel der Miene", die Männer hier beten nämlich nicht Gott an, sondern den "Teufel". Nur er kann Sie, so sagt man, in dem gefährlichen Tun beschützen, Gott wäre hier machtlos.

Nach gut 3 Stunden im Staub und unzähligen Stößen an den Köpfen sahen wir endlich wieder Tageslicht, es war eine unglaubliche Erleichterung diesen "Höllenritt" unbeschadet überstanden zu haben.

Tolle Bilder zu unserer Zeit "in der Miene", unter dem Link:

http://www.w-365.de/bilder-pics.html?func=viewcategory&catid=509

Total Erschöpft kamen wir dann zum Nachmittag wieder in unserem Hostel an, den Rest des Tages "relaxten" wir  und planten unseren Trip in die Salzwüste, der nun die nächsten 4 Tage ab Morgen ansteht.

m+s

 

 

Venue

Venue:
Bolivien / Bolivia